Monika Hau

"Nach dem Weg fragen"

15.1. - 19.2.2017
Eröffnung: Sonntag 15. Januar um 15 Uhr

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Monika Hau mit der Linie, der Linie im Raum und Netzstrukturen. Wir erzeugen jeden Tag Linien, indem wir uns von A nach B nach C bewegen. Wie sieht diese Linie aus und wie das Liniengeflecht einer Gruppe?

Aufgrund der politischen und sozialen Entwicklung im letzten Sommer hat sich Fokus des 2014 begonnenen Projektes „Nach dem Weg fragen“ verändert und verdichtet. Arbeitsmigration ist heute gesellschaftlich anerkannt, denn sie bedeutet gesellschaftliche Integration. Migration wegen politischer, religiöser Verfolgung oder Flucht vor Gewalt und Krieg wird häufig als Bedrohung des eigenen Lebensraumes empfunden.

In Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen, wie Fortbildungswerke, Berufsschulen, Betriebe und Verbände, wurden das Projekt mit Einzelpersonen und Gruppen durchgeführt.

Jeder Teilnehmer notierte die tatsächlichen Stationen seines Weges. Ein Papier wurde eingefärbt. Auf der Rückseite dieses Papiers zeichnete jeder gestisch, mit beiden Händen, den gefühlten Weg und schrieb dazu einen Kommentar. Die gezeichneten Wege wurden dann von Monika Hau aus dem Papier geschnitten. Ein Vorgang der Annäherung an den jeweiligen Teilnehmer. Entstanden ist eine künstlerische Darstellung individueller, tatsächlicher und gefühlter Wege von Migranten und hier lebenden und arbeitenden Menschen.

 Monika Hau, geb. 1956 in Saarbrücken, Studium der Freien Kunst bei Prof. Bodo Baumgarten, HBKsaar, lebt und arbeitet in Saarbrücken, Riegelsberg und Sulzbach

 

Zwei Gesprächsrunden

Die Gespräche dienen dem Kennenlernen derer, die mit ihren Wegaufzeichnungen der Künstlerin das Material für ihre Installation geschaffen haben. Wir laden ein zum Erfahrungsaustausch von Menschen, die mit Zuwanderern in Betreuung, Berufsausbildung und juristischer Beratung arbeiten oder über Grenzen und kulturelle Verschiedenheiten hinweg ihren Weg gefunden haben.

 

1 „Nach dem Weg fragen“ – Auf dem Weg

Mittwoch 01.02. 19.00 Uhr

Ausgewählte Migranten und Betreuer erzählen von den Wegen, die sie zurückgelegt haben. Von wo kommen sie? Warum haben sie diesen Ort verlassen? Wie haben sie den Weg bewältigt? Mit welchen Strapazen, Gefahren, Preisen, Verlusten? Wollten sie nach Deutschland? Warum?

Wie empfinden die Betreuer ihre Wege?

 

2 „Nach dem Weg fragen“ – Am Ziel?

Mittwoch 08.02. 19.00 Uhr

Wie kommen die Migranten bei uns zurecht? Fühlen sie sich am Ziel? Haben sie es sich so oder doch anders vorgestellt? Welche Schwierigkeiten und Konflikte werden erfahren? Was sind die sozialen, religiösen, kulturellen und politischen Aspekte des neuen Lebens in der Fremde.

Moderation beider Gesprächsrunden: Reinhard Klimmt

 

Das Projekt „Nach dem Weg fragen“ wurde gefördert von der Arbeit und Kultur Saarland GmbH, der Arbeitskammer des Saarlandes, dem Kulturverein Burbach, der Gemeinde Riegelsberg, dem Kulturverein Riegelsberg, dem Regionalverband Saarbrücken und Regiofactum.