Hans W. Koch

 

mengenlehre (the O. theorem no. 19)

21. Juni – 12. August 2018
Eröffnung: Mittwoch, 20. Juni, 19.00 Uhr

mitten im raum hängt eine struktur mit zwölf flächen, in die lautsprecher eingespannt sind. über die zwölf lautsprecher werden in schneller folge akkorde abgespielt, die alle zwölf töne der chromatischen skala gleichzeitig enthalten, je lautsprecher ein ton. aus der riesigen menge aller möglichen zwölftonakkorde im raum von 4 oktaven sind nur die akkorde ausgewählt, die 4 okatven umfassen und keine transpostion eines anderen sind.  das ergibt 1048576 verschiedene akkorde, die mit der maximal möglichen geschwindigkeit eines systems aus midi-klangerzeugern abgespielt werden. dadurch verschmelzen die einzelklänge zu einer klangfarbe, deren zusammensetzung sich ständig verändert. die arbeit ist teil einer werkreihe, die um 1915 entwickelte ideen des russischen komponisten nicolai obouchow weiterführt.

 

hans w. koch beschäftigt sich als künstler am liebsten mit offensichtlichem, aber mit nicht-naheliegendem. dies kann sich ebenso auf den gebrauch von haartrocknern als kybernetischen maschinen wie die sehr wörtlich genommene verwendung von laptops als musikinstrumenten beziehen. auch in der arbeit mit klanglichem material versucht er die dinge beim wort zu nehmen, wie z.b. in der installation "circle of fifths", wo der virtuelle tonraum des quintenzirkels mittels 12 lautsprechern in den realen raum übersetzt wird.

"ich betrachte kunst im allgemeinen als ausformung von gedanken in unterschiedlichen materialien. persönlich ziehe ich konzeptionelle ansätze vor: mehr gedanke, weniger material."

seit 2016 ist er professor für sound an der kunsthochschule für medien, köln