Claudia Brieske

Claudia Brieske: Filmstill aus property, 2006-2011
Claudia Brieske: Filmstill aus property, 2006-2011

property - ein Gesang auf das Eigentum

11. August bis 18. September
Eröffnung am Mittwoch, 10. August, 19:00 Uhr

Die heute in Berlin lebende Künstlerin Claudia Brieske zeigt im studioblau im Saarländischen Künstlerhaus vom 11. August bis 18. September ihre Videoinstallation „property – ein Gesang auf das Eigentum“.

Zu sehen ist eine Person, die ans Fenster klopft. Die Bewegung wird schneller, die Klopfgeräusche überlagern sich und nachdem die Person im Schwarz verschwindet, blendet das Wort „property“ (engl. für Eigentum) in Lautschrift geschrieben ein. Dazu ist erst ein stimmloser, dann ein stimmhafter Gesang zu hören. Das Bild "property" dient als Partitur für einen Gesang, der in einer phonetischen Interpretation die fiktiven (und realen) Räume eines Hauses durchwandert.

Das Video zur Installation entstand vor 5 Jahren: eine Künstlergruppe aus Berlin mietete sich für drei Wochen in ein leer stehendes Gebäude ein. Während dieser Zeit fanden jeden Tag Aktionen statt, die das Publikum von der Straßenkreuzung an den 52 Fenstern des Hauses verfolgen konnte. Claudia Brieske war eingeladen als Gast eine Arbeit zu zeigen. Sie entwickelte eine Klang-Videoinstallation an den Fenstern des ersten und dritten Obergeschosses des Gebäudes.

Die Installation entstand im September 2006 während eines Workshops mit Joan LaBarbara und wurde zunächst als Live-Performance in der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin uraufgeführt. Seitdem wurde die Arbeit ständig weiterentwickelt und für die verschiedenen Ausstellungsorte neu konzipiert.

"property" wurde bisher an folgenden Orten gezeigt:

September 2006: als Live Performance in der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin

Oktober 2006: Projekt "daheim", Kastanienallee 15 / Oderbergerstraße 8, Berlin

November 2007: Ausstellung Prix d’Art Robert Schuman 2008 im Stadtmuseum Simeonstift, Trier

Dez. 2007 - Jan. 2008: an einem Fenster im Palais am Festungsgraben, Berlin

Juni 2008: im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Fenstersprung“ im PROGR Zentrum für Kulturproduktion, Bern (CH)

April-Juli 2009: „ICI Berlin“, La Condition Publique, Roubaix / Lille (F)

Akteurin im Video + Gesang: Monika Lilleike (Vokalistin)

Konzept, Aufnahme, Schnitt + Tonbearbeitung: Claudia Brieske

Claudia Brieske

1986-90: Studium der Malerei an der Accademia di Belle Arti di Firenze

1991-95: Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar bei Wolfgang Nestler und Serge Spitzer

1995/96: Diplom und Meisterschülerin

1997/98: Stipendium der Stiftung für deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und Arbeitsaufenthalte in Paris, Polen und USA

2000: Marler Video-Installations-Preis, Aufnahme des Installationskonzeptes von Windportraits in die Ausstellung

2005: Förderstipendiatin der Landeshauptstadt Saarbrücken

2006: Preisträgerin des Videokunstpreises "octobre rouge", Luxemburg

Mitinitiatorin der internationalen Medienkunstprojekte "Gegenort- The-Virtual-Mine" (2001) und "Virtual Residency" (2007)

Von 2002-08 arbeitete Claudia Brieske als Lehrbeauftragte an der HBKsaar und seit 2009 als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Media Art & Design. Sie entwickelt als Künstlerin ortsspezifische Video- und Klanginstallationen. Die Beziehung zwischen Klang, Bild und Bewegung hat in ihrer Arbeit eine besondere Bedeutung und sie konnte sie durch diverse Teilnahmen an Festivals für Neue Musik und in der Arbeit an Theaterproduktionen in verschiedenen Richtungen weiterentwickeln.

Sie ist Absolventin des Programms für europäisches kulturelles Projektmanagement der Fondation Marcel Hicter in Brüssel, außerdem Gründungsmitglied des Vokalensembles VOXLabYrinth in Bern (CH) und der Initiative temporäre Kunsträume in Berlin. Im Jahr 2009 Mitarbeit im Forschungsprojekt Gestik als künstlerischen Impuls/Gesture Performance an der Hochschule der Künste Bern (CH) im Studiengang Théâtre Musical.