Jonathan Loppin
|
|
|
"Proving Ground", Installation
In der Strauchwüste des US-Bundesstaats Utah, auf dem Armeetestgelände Proving Ground fanden während des Zweiten Weltkrieges die Proben zur Bombardierung Berlins und Tokios statt.
Grauweiß melierte Miniaturmodelle aus Acrylharz zeigen die verschiedenen Zerstörungsgrade der sogenannten „German Village“. Parkettener „Proving Ground“ im saarländischen Künstlerhaus. Wir blicken auf das Resultat fremder Verwüstung: zerstörte Dächer Berliner Mietskasernen bzw. der Kopie ihrer Kopie.
Schwarz-weiße, auf Aluminium aufgezogene Fotografien, die im Durchgang zum zweiten Galerieraum platziert sind, zeugen von der Wirkung der im Krieg eingesetzten Biowaffen. Formale Ästhetik widersetzt sich der Grausamkeit ihres Gehalts.
Im zweiten Galerieraum kehrt sich das Verhältnis um. Die Besucher der Ausstellung können sich zwischen raumhohen Fassadenbauten bewegen. Bei der Rekonstruktion der japanischen Häuser handelt es sich ebenfalls um eine Interpretation der Interpretation.
Jonathan Loppins Augenmerk richtet sich auf politische Gesten, die er in künstlerische übersetzt. Seine Aufmerksamkeit gilt dabei der Motivation, dem Hintergrund und letztendlich der Symbolkraft einer politischen Geste, die das Projekt "Proving Ground" in den Kunstraum versetzt.
Jonathan Loppin, 1977 in Château-Thierry geboren, lebt und arbeitet in Paris und Rouen.
Künstlerische Ausbildung an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris (Diplom 2003).
Ausstellungen (Auswahl): 2011: „2001-2011: Soudain, Déjà“, Beaux-Arts Paris (K.); „Le genus loci“, Rouen impressionnée, Rouen; 2010: „Anthology“, Galerie Marie-José Degrelle, Reims; 2009: „Sentiers Rouges 2009“, Schifflange, Luxemburg (K.); 2008: „Water Boarding“, Caravan Gallery, Berlin; „Voler dans les Plumes“, Galerie Marie-José Degrelle, Reims; „Je vous déteste tous“, Lab-Labanque, Béthune (K.) ; 2007: „Im Gespräch“, Sox 36, Berlin; „Ronde de nuit“, Abbatiale St-Ferréol, Essômes-sur-Marne; 2006: „Le Souffle“, La Générale, Paris
Der Bau der japanischen Häuserfassaden wurde in Zusammenarbeit mit der Holzwerkstatt des Zentrums für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) in Saarbrücken Burbach realisiert.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Die Ausstellung wird gefördert durch OBI Markt St. Ingbert, die Peter-und-Luise-Hager-Stiftung, Saarland-Sporttoto GmbH und die Sparkasse Saarbrücken
