k ü n s t l e r h a u s m u s i k

… allenfalls bleibt die Hoffnung auf eine Musik, deren Kraft das Verständnis der Indifferenten und Feindseligen sich erzwingt. (Th. W. Adorno)

Die Improvisierte Musik – angesiedelt zwischen Free Jazz, zeitgenössischem Jazz, Neuer Musik und Soundart – ist eine der interessantesten musikalischen Ausdrucksformen. Aus der Tradition kommend, steht sie für Neuorientierung musikästhetischer Kategorien, für das Experiment und vor allem auch für die Emanzipation des Geräuschs. Alles ist möglich, wenn es nur Sinn macht.

Oft ist sie – wegen ihrer Unmittelbarkeit, ihrer „Performance“ – in direkter Nähe zur Darstellenden, Bildenden Kunst zu finden. Hierzulande stark vernachlässigt, ist sie, wie alles Neue, (noch) nicht massenkompatibel, jedoch hochgradig innovativ.

Die kleine Reihe (ca.5 Konzerte im Jahr) im Saarländischen Künstlerhaus wird kuratiert von Hans Husel, Bildender Künstler & Kenner der Szene, der bereits seit 1985 anderenorts Konzerte Improvisierter Musik organisierte.

 

Programm 2012:

Xu Fengxia, Martin Blume
Xu Fengxia, Martin Blume

k ü n s t l e r h a u s m u s i k
Do. 16. Februar 2012, 20.oo Uhr
Xu Fengxia - guzheng, voice
Martin Blume - drums, percussion

Xu Feng Xia geb. 1963 in Shanghai. Ihr Studium am Konservatorium in Shanghai schließt sie 1985 (Schwerpunkt Chinesische Zupfinstrumente) erfolgreich ab. 1986 wird sie Mitglied des Shanghaier Orchesters für Chinesische Musik. Parallel dazu bestreitet sie Auftritte gemeinsam mit der ersten Frauen-Rockband von Shanghai. Nach ihrer Übersiedlung 1991 nach Deutschland ist sie Mitglied des Gufeng Ensembles, einer Gruppe vier in Deutschland lebender chinesischer Spitzenmusikerinnen. 1995 beginnt die Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Bassisten Peter Kowald und damit ihr erfolgreicher Einstieg in die internationale Improvisationsszene.Sie tritt etwa auf den Festivals in Berlin (Total Music Meeting), Taktlos Festival in Basel/Zürich, Canaille Frankfurt, Visions Festival New York, Poschiavo Festival Schweiz, Puschkin Festival Moskau auf; 2003 bei der künstlerhausmusik im Duo mit Johannes Bauer (tb). Immer wieder verblüfft sie mit Vokaleinlagen der unterschiedlichsten asiatischen Gesangstechniken. Zuletzt bildet sie mit einer der Höhepunkte auf dem Unlimited 25 in Wels (A), das Peter Brötzmann zu seinem 70sten Geburtstag kuratierte.

Martin Blume, dessen Spiel bestimmt wird von einer filigranen Klangästhetik, deren treibendes Moment nicht bloß die rhythmische Energie, sondern vor allem der Zusammenklang mit den anderen Instrumentalisten ist", arbeitet seit Anfang der 1980er Jahre im internationalen Kontext der Avantgarde von Jazz, Improvisierter und Neuer Musik in den unterschiedlichsten Formationen u.a. mit Musikern wie Peter Brötzmann, Peter Kowald, Johannes Bauer, Phil Minton, Lol Coxhill, Georg Gräwe, Jim Denley, Luc Houtkamp, Phil Wachsmann, John Butcher, Thomas Lehn, Xu Feng Xia, Ken Vandermark und Kent Kessler. Seit 1988 leitet er hauptsächlich eigene Projekte, die ihn auf zahlreichen Konzerttourneen zu den weltweit wichtigsten Aufführungsorten und Festivals dieser Musik nach Holland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, England, Dänemark, Schweiz, Österreich, Slowenien, Italien, USA, Kanada und Australien führten.

Künstler, die im Rahmen der „künstlerhausmusik“ schon mal bei uns auftraten:

Conny & Johannes Bauer , Martin Blume, Peter Brötzmann, Tony Buck, John Butcher, Lol Coxhill, Wilbert De Joode, Michel Doneda, Doppelmoppel, Hamid Drake, John Edwards, Mats Gustafsson, Barry Guy, Shoji Hano, Erhard Hirt, Luc Houtkmap, Paul Hubweber, Carl Ludwig Hübsch, Harald Kimmig, Daunik Lazro, Peggy Lee, Thomas Lehn, Urs Leimgruber, Fred Lonberg-Holm, Paul Lovens, Paul Lytton, Christian Marien, Mia Masaoka, Nate Mc Bride, Joe Mc Phee, Pinguin Moschner, Matthias Müller, Paal Nilssen-Love, Le Quan Ninh, Larry Ochs, Nils Ostendorf, Evan Parker, Rova Saxophone Quartet, Olaf Rupp, Helmut "Joe" Sachse, Raymond Strid, Clayton Thomas, Ken Vandermark, Phil Wachsmann, Xu Fengxia, Michael Zerang