Marion Kemmerzell

Marion Kemmerzell
Marion Kemmerzell, Foto privat

"Abel - oder der Untergang des Himmels"

"Die Liebe kann das Herz erkalten und austrocknen, die melancholischen Feuchtigkeiten vermehren. Ihr Gift kann Mark und Bein angreifen." Maria Anna erhebt sich von ihrem Sessel, öffnet weitere der kleinen Knöpfe, die von knapp unterhalb ihres Kinns bis zu ihrer Taille reichen. "Welche Erfahrungen hast du mit der Liebe, Elisabeth?"

"Wenn von ausgetrockneten Herzen die Rede ist, fühle ich mich unbedingt verstanden", sagt Lisbeth.

"Furchtbar!" Maria Anna streicht an Ferdinand vorbei zu dem achteckigen Tisch und füllt ihr Glas nach. "Wie kannst du das zulassen, Hildegard?"

"Du kennst doch Abel", sagt Hildegard.

Der Roman „Abel oder der Untergang des Himmels“ erzählt vom Überleben. Von der Liebesbeziehung Lisbeths mit einem rätselhaften Mann. Er erzählt von drei Altären des Matthias Grünewald, die „anno 1632 aus dem Dom zu Maynz genommen, und durch Schiffbruch im Meer zu Grund gegangen.“

Marion Kemmerzell, 1955 in Offenbach Main geboren, ist in der Nähe von Hamburg zur Schule gegangen, hat Rechtswissenschaften, Kunstgeschichte und Archäologie in Saarbrücken studiert. Sie hat das Theater der Universität des Saarlandes mitbegründet. Marion Kemmerzell lebt mit  ihrem Mann seit 1995 im Saarland.

Romane (Auswahl): Udug, Gollenstein Verlag 1998; Abel oder der Untergang des Himmels, Gollenstein Verlag 2011
Erzählungen: unter anderem im Streckenläufer, in WortOrt (Herausgeber Karlhans Frank) und im Jubiläumskatalog des Saarländischen Künstlerhauses

In Zusammenarbeit mit dem VS Saar.