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WOLFGANG BRENNER

Hubert im Wunderland

 

Diese Geschichte klingt so unglaublich, als wäre sie erfunden. Die Schriftstellerin Maria Osten und der russische Journalist Michail Kolzow entdecken Hubert L’Hoste aus Oberlinxweiler an der Saar für die sowjetische Propaganda: Der Junge aus einer kommunistisch orientierten Familie wird im Oktober 1933 vom Saargebiet nach Moskau gebracht. Dort dient er als Vorzeigepionier im Kampf gegen den Faschismus. Sein Beispiel soll belegen, wie gut es dem Sowjetmenschen geht, wo doch in Huberts Heimat, dem zu jener Zeit unter Völkerbundherrschaft stehenden Saargebiet, der Abstimmungskampf tobt und die Faschisten im Deutschen Reich Furcht und Elend verbreiten. Aber Huberts Stern beginnt mit den Moskauer Prozessen zu sinken. Seine Pflegeeltern Osten und Kolzow werden Opfer der Säuberungen. Insgesamt zehn Jahre muss Hubert selbst in Gefängnissen und Lagern verbringen. Er stirbt 1959 mit nur 35 Jahren, ohne seine Heimat wiedergesehen zu haben.

Wolfgang Brenner erzählt in seinem neuen Buch Hubert im Wunderland  wie ein Kind ins Räderwerk der großen Ideologien gerät. Er hat umfangreiches Material ausgewertet und lässt die Zeitgeschichte aus verschiedenen Blickwinkeln lebendig werden.

Wolfgang Brenner, 1954 im Saarland geboren, arbeitet als freier Autor, Journalist und Filmemacher in Berlin und im Hunsrück. Neben Drehbüchern für das Fernsehen und Radiofeatures schrieb er zahlreiche Romane und Satiren. Bekannt ist er auch für seine „Schmalenbach-Geschichten" in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Als Journalist arbeitete er unter anderem auch für Die Zeit, den Stern, die taz, die Frankfurter Rundschau, die Süddeutsche Zeitung und den Rheinischer Merkur. Brenners 2005 erschienene Walther Rathenau-Biographie wurde von Kritikern hoch gelobt, für seine Kriminalromane erhielt er 2007 den Berliner Krimipreis "Krimifuchs". Seit vielen Jahren setzt er sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander, so auch in dem Stauffenberg-Roman „Der Adjutant" und in einem Dokumentarfilm über den 1944 hingerichteten Widerstandskämpfer Adolf Reichwein.

Das Buch „Hubert im Wunderland“ ist im März 2012 im Conte Verlag erschienen.

In Zusammenarbeit mit dem VS Saar.